1992 beschloss der Landtag NRW die Einführung einer Landessozialberichterstattung, die Daten und Statistiken über die Lebenslage unterversorgter Personen und Bevölkerungsgruppen bereitstellen sollte.
Die Landesregierung erstellt seither in regelmäßigen Abständen Berichte, die sich schwerpunktmäßig mit dem Thema “Armut” beschäftigen. In den ersten Jahren untersuchten und beschrieben Einzelberichte jeweils die Lebenslage einer bestimmten Bevölkerungsgruppe. Mit dem Sozialbericht von 1998 wurde erstmals eine Querschnittsveröffentlichung vorgelegt, die die Daten zu Umfang und Struktur des Armutspotentials in NRW bündelte. Der Sozialbericht 2004 wurde zudem erstmals als Armuts- und Reichtumsbericht konzipiert.
Bis 1998 erschienen acht gruppenbezogene Einzelbände des Landessozialberichts. Bei diesen Berichten handelt es sich um wissenschaftliche Einzelstudien, die mit Blick auf die jeweilige Zielgruppe konzipiert wurden und zur Erfassung ihrer Lebenslagen sehr verschiedene Konzepte und Datenzugänge verwandten. Die Berichte wurden vom Sozialministerium herausgegeben, inhaltlich jedoch von den wissenschaftlichen Instituten bzw. Autor/inn/en verantwortet, die sie erstellten.
Der Bericht von 1998 basiert auf einem neuen Konzept der Landessozialberichterstattung. Es zielt darauf, die Darstellung gruppenspezifischer Lebenslagen in einem Bericht zu integrieren. Dies ist der Übergang zu einer die einzelnen Lebenslagen übergreifenden und aktuellen Armutsberichterstattung, die regelmäßig fortzuschreiben ist und die ein möglichst vollständiges Bild von der Armutslage in Nordrhein-Westfalen vermitteln soll. Gegenstand der Berichterstattung sollen neben der Lebenssituation der von Armut betroffenen Menschen auch Möglichkeiten und Grenzen unserer sozialen Sicherungs- und Hilfesysteme sowie die Frage nach Ursachen und Lösungsperspektiven sein.
Der Sozialbericht 2003 war ein weiterer Schritt zur Verstetigung der Landessozialberichterstattung. Im Mittelpunkt stehen „Menschen in prekären Lebenslagen“. Bei der Untersuchung der Lebenslagen bestimmter sozialer Gruppen werden die im Sozialbericht 1998 enthaltenen Daten und Indikatoren verstetigt und fortgeschrieben.
Das Schwerpunktthema des Sozialberichts 2004 ist die Situation von Menschen mit Behinderungen. Entsprechend eines Beschlusses des Landtages NRW von 2001 hat die Landesregierung die bisherige Armutsberichterstattung zudem um eine Reichtumsberichterstattung ergänzt. Dementsprechend enthält der Bericht nicht nur einen Armutsteil, sondern erstmal werden für NRW auch Umfang und Verteilung von Einkommen und Vermögen sowie Umverteilungsprozesse untersucht. Der Bericht liegt in einer Lang- und einer Kurzfassung vor.
Sozialbericht NRW 2004
Armuts- und Reichtumsbericht
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Für den Sozialbericht NRW 2007 wurde eine Neukonzeption auf Basis einer Expertise des Soziologischen Forschungsinstituts (SOFI) Göttingen und des Zentrums für interdisziplinäre Ruhrgebietsforschung (ZEFIR) der Ruhr-Universität Bochum vorgenommen. Zentrale Punkte waren:
Zudem wurden die Armuts- und Reichtumsanalysen im Sozialbericht NRW 2007 fortgeführt und durch Analysen zur Einkommensentwicklung, Einkommensverwendung und Überschuldung ergänzt.
Sozialbericht NRW 2007
Armuts- und Reichtumsbericht
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Am 18.03.2009 wurde der Bericht "Prekäre Lebenslagen von Kindern und Jugendlichen in Nordrhein-Westfalen" der Öffentlichkeit vorgestellt. Der vorliegende Bericht aktualisiert und vertieft die Befunde des Sozialberichts NRW 2007 zu den Lebenslagen von Kindern und Jugendlichen. Neben der materiellen Armut werden Bildungsbeteiligung und Gesundheit der Kinder und Jugendlichen ebenso betrachtet wie das familiäre und soziale Umfeld, die Betreuungssituation sowie die Erwerbsbeteiligung der Eltern.
Prekäre Lebenslagen von Kindern und Jugendlichen
Mit dem Sozialbericht NRW 2012 wurde die Landessozialberichterstattung auf Basis der Neukonzeption (vgl. Sozialbericht NRW 2007) fortgeschrieben. Das Vertiefungsthema lautet „Lebenslagen im SGB-II-Bezug“. Dazu hat das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufs-forschung (IAB) anhand von Längsschnittdaten unter anderem die Dynamik des Leistungs-bezugs analysiert. Auch das kommunale Kooperationsprojekt (mit Beiträgen aus Bielefeld, Dortmund und Mülheim an der Ruhr) sowie der Beitrag der Freien Wohlfahrtspflege befassen sich mit dem Vertiefungsthema.
Sozialbericht NRW 2012
Armuts- und Reichtumsbericht
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Sozialbericht NRW 2012
Armuts- und Reichtumsbericht – Kurzfassung
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Mit dem 4. Armuts- und Reichtumsbericht setzt die nordrhein-westfälische Landesregierung die Tradition der Sozialberichterstattung in NRW fort. Der von Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW) im Auftrag des Ministeriums für Arbeit, Integration und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen (MAIS) erstellte Sozialbericht NRW 2016 bietet den sozialpolitischen Akteur(inn)en sowie der interessierten Öffentlichkeit einen umfassenden Überblick über die soziale Lage der Bevölkerung Nordrhein-Westfalens.
Der Sozialbericht NRW 2016 umfasst folgende Inhalte:
Das Vertiefungsthema des Sozialberichts NRW 2016 lautet „Soziale Segregation“. Dazu haben Wissenschaftler der Ruhr-Universität Bochum die räumliche Ungleichverteilung von Personen mit SGB-II-Bezug in NRW analysiert. Auch das kommunale Kooperationsprojekt (mit Beiträgen aus Bielefeld, Dortmund, Mülheim an der Ruhr, Viersen und Dinslaken) sowie der Beitrag der Freien Wohlfahrtspflege knüpfen an das Vertiefungsthema an.
Sozialbericht NRW 2016
Armuts- und Reichtumsbericht
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Sozialbericht NRW 2016
Armuts- und Reichtumsbericht – Kurzfassung
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